Literaturnachweise

Coolidge E: A discussion of clinical results … Dent Cosmos 69:1280 (1927)
Er berichtet über eine Erfolgsrate von 59%! Das war bereits 1927!

Friedman S et al.: Evaluation of success and failure after endodontic therapy … J Endodont 21:384 (1995)
Recht aktuelle Nachuntersuchung von 378 Zähnen mit einer Erfolgsquote von 78,3%

Sjögren U et al.: Factors affecting the long-term results of endodontic treatment. J Endodont 16:498 (1990)
Findet nach 8 bis 10 Jahren (!) eine Erfolgsquote zwischen 86% und 91%. Nur die Revisionen bei Zähnen mit apikaler Ostitis zeigen mit 62% relativ schlechte Ergebnisse.

Hülsmann M et al.: Untersuchungen zur Häufigkeit und Qualität … DZZ 46:296 (1991)
Hülsmann M et al.: Veränderungen in Bezug auf Häufigkeit und Qualität … DZZ 53:392 (1998)
In diesen Studien werden Übersichtsröntgenbilder (OPG) untersucht und die durchgeführten Wurzelkanalbehandlungen auf ihre Qualität und ihren (rein röntgenologischen) Erfolg bewertet. 35% der Füllungen waren korrekt in der Länge, 65% der Füllungen zu kurz. Ca 35% waren homogen wiederum ca. 65% der Füllungen inhomogen und blasig (Hohlräume). Ca. 60% der versorgten Zähne wiesen eine apikale Ostitis auf. Im Vergleich der beiden Studien konnte keine deutliche Ergbnissverbesserung festgestellt werden.

Weiger R et al.: Periapical status, quality of root canal fillings and … Endodont Dent Traumatol 13:69 (1997)
Auch in der Studie von Weiger finden sich in 61% der endodontisch versorgten Zähne apikale Ostitiden. Die Qualität der Wurzelfüllungen werden ähnlich beurteilt wie bei Hülsmann.

Diese Ergebnisse ähneln sich im internationalen Vergleich, wenn auch die Spannbreite relativ groß ist. Einen guten aktuellen Überblick über Studien dieser Art findet man bei:
Kirkevang L-L et al.: Frequency and distribution of endodontycally treated teeth and apical periodontitis … Int Endodont J 34:198 (2001)
In dieser Studie wird ähnlich wie bei Hülsmann die Erfolgsquote in einer dänischen Patientengruppe (614 Individuen, 15.984 Zähne) untersucht. Auch Kirkevang findet in 52% der endodontisch behandelten Zähne eine radiologisch nachweisbare apikale Parodontitis.

Eine weitere sehr schöne Übersichtarbeit mit der Auswertung von über 20 verschiedenen Studien und einer gewichteten Bewertung bei Revisionen bzw. chirurgischer Endodontie ist (dies sind keine epidemiologischen Daten, sondern kontrollierte Erfolgsstudien):
Hepworth M J, Friedman S: Treatment outcome of surgical and non-surgical management of endodontic failures. J Can Dent Assoc 63:364 (1997)

In Ergänzung zu den oben aufgeführten Querschnittsuntersuchungen sind folgende Zahlen interessant:

In Deutschland wurden (bei “Kassenbehandlungen”) 1994 2,5 Mill. tote Zähne eröffnet, an ca. 3,3 Mill. Zähnen der entzündete Nerv entfernt (sind 5,8 Mill. Zähne), 4,3 Mill. Zähne wurden aufbereitet und 2,7 Mill. Zähne mit einer Wurzelfüllung versehen. Was geschah mit den anderen Zähnen? Sollte man diese den Misserfolgen zurechnen? Dann wären bereits hier über 35% Misserfolge zu verzeichnen.
Die Daten stammen aus dem KZBV Jahrbuch (1995) und sind nach den Angaben der KZBV errechnet, dass jeder Zahn mit 2,2 Wurzelkanälen in die Statistik eingeht. Die Zahlen für 1999 sind fast identisch.

An dieser Stelle sei auf die Richtlinien der ESE zur endodontischen Behandlung hingewiesen. An diesen durch die DGZ veröffentlichten Richtlinien, sollte sich die Diagnose und Therapie orientieren.