Systematische Anwendung des
Gates Glidden Bohrers

Die systematische endodontische Therapie unterteilen wir in 13 Einzelschritte:

  1. Anlegen des Kofferdam
  2. Präparation der Zugangskavität
  3. Entfernung des Pulpahöhlendaches
  4. Entfernung der Überhänge
  5. Darstellung der Kanaleingänge
  6. Eröffnung der Kanaleingänge
  7. Darstellung des Kanalverlaufs
  8. Längenbestimmung
  9. Darstellung der Instrumentierungsrichtung
  10. Intensive, kontrollierte chemo-mechanische Aufbereitung
  11. Obturation
  12. Röntgenkontrolle
  13. Adhäsiver Aufbau
The game is over,
when you can fit a cone!
Clifford J. Ruddle

Die Schritte 3 bis 7 entscheiden über den vorhersagbaren Erfolg einer endodontischen Aufbereitung. Die Darstellung der Zugangskavität gliedert sich dabei in zwei Schritte:
Zuerst die Zugangskavität zur Pulpenhöhle und dann die Zugangskavität zu dem Kanalsystem. Der erste Schritt erfolgt mit Diamanten und dem Endo-Z Bohrer. Der zweite Schritt erfolgt mit Ultraschallspitzen, Müllerbohrern und insbesondere den Gates-Glidden Bohrern. Nachfolgend werden die einzelnen Schritte verdeutlicht und zur Nachahmung empfohlen!

Zuerst wird mit Diamanten der Zugang zur Pulpenhöhle geschaffen. Die Lokalisation der Zugangskavität sollte bei Molaren in der vorderen Kronenhälfte liegen. Unser “Einstieg” in die Pulpenkammer erfolgt ja auch von mesial und um die mesialen Kanaleingänge senkrecht erschließen zu können, bedarf es nicht eines Loches im Zentrum der Okklusalfläche!

Nachfolgend müssen die Überhänge der Pulpenhörner entfernt werden. Dafür eignet sich im besonderen Maße ein Bohrer mit nicht-schneidender Spitze (z.B. der Endo-Z Hartmetall Bohrer von Maillefer). Dieser Bohrer kann auf dem Pulpenboden keine Perforationen verursachen und ermöglicht eine sehr schnelle Präparation der primären Zugangskavität!

Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der obere, gerade Anteil des Kanals mit dem kleinen Gates Bohrer aufbereitet. Gates Bohrer werden niedrigtourig und unter ständiger Sichtkontrolle eingesetzt. Intensive Spülungen und regelmäßige Rekapitulationen mit dünnen Handinstrumenten verhindern eine Verblockung des Kanals.

Jetzt wird mit größeren Gates Bohrern (Nr.2 bis Nr.4) der Zugang erweitert. Dabei bearbeitet der Gates Bohrer gezielt die “konvexe Seite” der Kanalwand um einen möglichst direkten und senkrechten Zugang zu erreichen.

Nach erneutem Einsatz des Endo-Z Bohrers zur mesialen Vergrößerung der Zugangskavität wird der Kanal wiederum mit kleinen Gates Bohrern in die Tiefe erweitert. Diese Aufbereitung erfolgt im Prinzip bis an den Beginn der apikalen Kanalkrümmung.

Jetzt kann die definitive Aufbereitung des apikalen Kanaldrittels erfolgen.
Durch diese recht zeitaufwendige Vorbereitung einer “Zugangskavität zum Wurzelkanal” wird das Ziel einer konstant konischen Aufbereitung vorhersagbar und sicher gewährleistet. Das Risiko von Stufen, Verblockungen und Perforationen wird entscheidend minimiert.
Der Zeitaufwand für die eigentliche Aufbereitung, die ja jetzt erst beginnt, wird entscheidend verringert und erleichtert.

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Viel Erfolg!