Ablauf der Wurzelkanalbehandlung

Zu Beginn wird der Zahn durch ein Spanngummi isoliert (Kofferdam). Dadurch wird ein bakterienfreies Arbeiten ermöglicht.

Isolierung des Zahnes

Nach dem Eröffnen des Zahnes (Trepanation) müssen die Eingänge zu den einzelnen Kanalsystemen gefunden und durchgängig gemacht werden. Diese Arbeit steht unter dem Motto: Wir können nur das behandeln, was wir sehen! Für diese Aufgabe ist die Anwendung eines Operations-Mikroskops (OPM) sehr hilfreich. Es ermöglicht bei optimaler Ausleuchtung des Zahnes das Arbeiten unter bis zu 24facher (!) Vergrößerung. Häufig scheitern Wurzelbehandlungen daran, dass von den vorhandenen Wurzelkanälen nicht alle gefunden werden!

Alle Kanaleingänge finden

Im nächsten Arbeitsschritt werden alle Hauptkanäle durchgängig gemacht. Die Bakterien und Giftstoffe bzw. das alte Füllmaterial werden aus dem Wurzelkanalsystem entfernt und die Hauptkanäle großzügig gereinigt und erweitert. Diese Reinigung erfolgt „chemo-mechanisch“, das heißt mit Instrumenten und Spüllösungen. Die Spülungen können erwärmt und mit Ultraschall im Kanal aktiviert werden, sie reinigen dann erheblich wirksamer! Da eigentlich alle Wurzelkanäle mehr oder weniger gekrümmt sind, ist der Einsatz hochflexibler Instrumente für die mechanische Aufbereitung eine Grundvoraussetzung! Insbesondere bei den Seitenzähnen (Molaren und Prämolaren) erschweren die gekrümmten und sehr engen Wurzelkanäle eine vollständige Reinigung. Ein oberer Backenzahn hat normalerweise vier knapp 2 cm lange Wurzelkanäle, von denen drei häufig einen Durchmesser unter 0,15 mm haben. Der Einsatz von maschinell betriebenen Instrumenten hat sich in den letzten Jahren als sehr zuverlässige Methode herausgestellt. Die erforderlichen Instrumente sind allerdings sehr teuer und werden im Regelfall nur für eine Behandlung verwendet

Reinigung

Eventuell erfolgt jetzt eine medikamentöse Einlage im Zahn. Diese soll nicht eine unzureichende Aufbereitung/Reinigung ersetzen sondern den geschaffenen Hohlraum bis zum nächsten Behandlungstermin verschlossen halten. So wird eine Neuinfektion der Hohlräume vermieden. Darüber hinaus können (fast) keine Bakterien in dem Milieu des Medikaments überleben (pH-Wert von ca. 12).

Medikamentöse Einlage

Im folgenden Schritt müssen die ausgeformten Wurzelkänale vollständig (bis an die Wurzelspitze und in den Seitenbereichen – also dreidimensional) und dicht verschlossen werden. Hierdurch wird eine erneute Besiedelung der Wurzelkanäle durch Bakterien verhindert. Dieser Verschluss ist schwierig, weil die Kanalhohlräume sehr lang und dennoch sehr eng sind. Zudem sind in über 30% der Fälle Seitenkanäle vorhanden, oder/und es gibt Querverbindungen zwischen den Hauptkanalsystemen. Um dieses Ziel zu erreichen sollten moderne und erprobte Techniken, z.B. mit erwärmter, plastisch verformter Guttapercha, zum Einsatz kommen. Das Ergebnis wird mit Röntgenaufnahmen überprüft. Diese Überprüfung wird in Abständen wiederholt, um die Ausheilung beurteilen zu können.

Wurzelfüllung

Durch die Behandlung ist viel Substanz verloren gegangen. Um die restlichen Zahnteile zu stabilisieren, kann die Zahnkrone mit einem Kunststoffmaterial vollflächig verklebt werden. Diese Verklebung reicht in die Wurzeln hinein und festigt den Zahn dadurch zusätzlich. Abschließend wird der Zahn im Regelfall mit einer stabilisierenden Krone oder Teilkrone versorgt.

Adhäsiver Wiederaufbau

Auf den Internetseiten der Kampagne Erhalte Deinen Zahn finden Sie weitere Informationen.